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	<title>Anton G. Leitners Kritikblog</title>
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	<description>Ausgewählte Lyrik-Titel deutschsprachiger Verlage</description>
	<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 13:28:50 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Axel Kutsch: IKARUS FÄHRT OMNIBUS. Gedichte.</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 09:48:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton G. Leitner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2005]]></category>

		<category><![CDATA[Axel Kutsch]]></category>

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		<description><![CDATA[Verlag Landpresse (www.verlag-ralf-liebe.de), Weilerswist 2005. 95 Seiten, geb., € 19,-
Anton G. Leitner - Axel Kutsch, der von sich selbst behauptet, er habe »keinen Zugang zur Sinnwerkstatt«, versammelt in Ikarus fährt Omnibus etliche Gedichte über Gedichte. Autopoetische Statements, besonders wenn sie in Versform artikuliert werden, lassen schnell den Verdacht aufkeimen, einem Lyriker wäre der Stoff ausgegangen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/kutsch.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-104" title="kutsch" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/kutsch-150x246.jpg" alt="" width="150" height="246" /></a>Verlag Landpresse (<a href="http://www.verlag-ralf-liebe.de">www.verlag-ralf-liebe.de</a>), Weilerswist 2005. 95 Seiten, geb., € 19,-</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Anton G. Leitner - </em>Axel Kutsch, der von sich selbst behauptet, er habe <em>»keinen Zugang zur Sinnwerkstatt«,</em> versammelt in Ikarus fährt Omnibus etliche Gedichte über Gedichte. Autopoetische Statements, besonders wenn sie in Versform artikuliert werden, lassen schnell den Verdacht aufkeimen, einem Lyriker wäre der Stoff ausgegangen. Oskar Loerke hat seine Skepsis einmal so formuliert: »Manche Poeten laufen nur hinterm Pegasus her und sammeln die Roßäpfel auf«. Kutsch aber legt die Karten auf den Tisch, wenn er in Versform demonstriert, »Was Gedichte dürfen«: <em>»In diesem Gedicht sehen Sie / einen Eisberg versinken / und die Passagiere der Titanic / auf den Untergang trinken«, </em>schreibt er,<em> </em>und wir sehen vor unserem geistigen Auge Leonardo DiCaprio auf der Titanic das Glas heben. Während Eisberge und -würfel versinken, schmilzt Kate Winslet dahin. Auch bei Kutsch taucht jenes untergangserprobte Traumpaar auf, dieses Mal in den Schilderungen der Titanic-Passagiere, die allesamt unversehrt im Zielhafen eingelaufen sind: <em>»Nach der Ankunft erzählen sie / ihren Verwandten froh: / Stellt euch vor, wir reisten mit / Kate Winslet und Leonardo DiCaprio«. </em>Die lieben Verwandten sind <em>»sichtlich betroffen«</em> vom guten Ausgang der Reise. <em>»Ihr seid hier in New York / und nicht abgesoffen?«,</em> rufen sie. <em>»So ist es, wenn Eisberge / im Wege steh&#8217;n: / In Gedichten läßt / man sie untergeh&#8217;n«,</em> lautet die Moral von dem Gedicht. Und Kutsch zeigt mit diesen vier Strophen nicht nur, »was Gedichte dürfen«, sondern auch, was sie können: Die Wirklichkeit mit wenigen Worten auf den Kopf stellen.</p>
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		<item>
		<title>Jan Wagner: ACHTZEHN PASTETEN. Gedichte.</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 15:31:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabriele Trinckler</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2007]]></category>

		<category><![CDATA[Jan Wagner]]></category>

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		<description><![CDATA[

Berlin Verlag (www.berlinverlage.de), Berlin 2007. 88 Seiten, geb., € 16,-
Gabriele Trinckler - Leider gibt es heute nur wenige Autoren, die sich kollegial um die Verbreitung zeitgenössischer Lyrik verdient machen. Der Wahlberliner Jan Wagner (Jahrgang 1971) ist einer von ihnen. Zusammen mit Björn Kuhligk edierte er u. a. die beiden Anthologien »Lyrik von jetzt«, Bd. 1 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-50" title="Jan Wagner, Achtzehn Pasteten" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/wagner.jpg" alt="" width="150" height="248" /></p>
<p style="text-align: left;">Berlin Verlag (<a href="http://www.berlinverlage.de">www.berlinverlage.de</a>), Berlin 2007. 88 Seiten, geb., € 16,-</p>
<p align="justify"><em>Gabriele Trinckler</em> - Leider gibt es heute nur wenige Autoren, die sich kollegial um die Verbreitung zeitgenössischer Lyrik verdient machen. Der Wahlberliner Jan Wagner (Jahrgang 1971) ist einer von ihnen. Zusammen mit Björn Kuhligk edierte er u. a. die beiden Anthologien »Lyrik von jetzt«, Bd. 1 und 2. Damit schuf er ein viel beachtetes Forum für die junge deutschsprachige Poesie.</p>
<p align="justify">Jetzt ist im Berlin Verlag sein dritter eigener Gedichtband ACHTZEHN PASTETEN erschienen. In fünf Kapiteln beweist Jan Wagner, dass er nicht nur zu den engagiertesten Lyrikern seiner Generation zählt, sondern auch zu den technisch versiertesten. Mit scheinbarer Leichtigkeit variiert er verschiedenste Gedichtformen und Reimschemata. Zugunsten des erzählerischen Flusses gibt er oft Endreimen durch Alliterationen (z. B. <em>»hörer« - »hurra«) </em>oder<em> </em>Assonanzen (z. B. <em>»weberschiffchen« - »chiffren«)</em> den Verzug gegenüber reinen Reimen. Bei aller ›handwerklicher‹ Brillanz bleibt Wagner im Ton erfreulich unprätentiös. Verse, Zitate aus Briefen oder Tagebüchern, historische Ereignisse, ja selbst Menüfolgen dienen als Impulsgeber für seine Exkursionen in lyrische Landschaften. Mal schlüpft er in Houdinis Haut (»houdini im spiegel«) oder begegnet Bertolt Brecht auf einer Party in L. A. (»hollywoodelegie«), dann wieder liegt er im hohen Savannengras, um ein »nashorn« zu beobachten. Oder er zeichnet Szenarios, die sich aus den extravaganten Namen von »achtzehn pasteten« speisen und den Mittelpunkt des Bandes bilden. Immer sind seine Texte geprägt von großem Einfühlungsvermögen und jener genauen Beobachtungsgabe, die auch kleinste Details fokussiert.</p>
<p align="justify">In Jan Wagners Gedichten bleibt es oft ununterscheidbar, welche Passagen seiner Vorstellungskraft entsprungen sind und welche auf persönlichem Erleben basieren. Jeder Vers suggeriert Authentizität und wirkt durch und durch glaubwürdig.</p>
<p style="text-align: right;">Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008), S. 145</p>
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		<item>
		<title>Lydia Daher: KEIN TAMTAM FÜR DIESEN TAG.</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 15:29:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabriele Trinckler</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[CDs]]></category>

		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2008]]></category>

		<category><![CDATA[Lydia Daher]]></category>

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		<description><![CDATA[

Verlag Voland &#38; Quist (www.voland-quist.de), Dresden und Leipzig 2008.
Buch (93 Seiten) mit Audio-CD, € 12,80
Gabriele Trinckler - Wer daheim im 4. Stock mithilfe von Computer und Akustikgitarre eine Musik-CD aufnimmt und produziert, muss mutig sein. Wer große Feuilletons oder Fachmagazine dann auch noch dazu bringt, das Ergebnis einhellig zu bejubeln, dem ist alles zuzutrauen. Genau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-65" title="Lydia Daher, Kein Tamtam für diesen Tag" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/daher.jpg" alt="" width="150" height="150" /></p>
<p style="text-align: left;">Verlag Voland &amp; Quist (<a href="http://www.voland-quist.de/">www.voland-quist.de</a>), Dresden und Leipzig 2008.<br />
Buch (93 Seiten) mit Audio-CD, € 12,80</p>
<p align="justify"><em>Gabriele Trinckler</em> - Wer daheim im 4. Stock mithilfe von Computer und Akustikgitarre eine Musik-CD aufnimmt und produziert, muss mutig sein. Wer große Feuilletons oder Fachmagazine dann auch noch dazu bringt, das Ergebnis einhellig zu bejubeln, dem ist alles zuzutrauen. Genau das gelang der Augsburgerin Lydia Daher (Jahrgang 1980) mit ihrem Album »lydia daher« (trikont, 2007). Ihre Songs leben von bissigen und intelligenten »lyrics«; nicht ohne Grund gilt sie derzeit als eine der erfolgreichsten Performance-Poetinnen Deutschlands.</p>
<p align="justify">Im Frühjahr 2008 legte sie ihren neuen Lyrikband KEIN TAMTAM FÜR DIESEN TAG vor. Mit Voland &amp; Quist hat sie einen Verlag gefunden, der es sich seit 2004 zur Aufgabe macht, deutschsprachigen Spoken-Word-Poeten mit sorgfältig edierten Bänden (immer mit CD) ein entsprechende ›Bühne‹ im Printbereich zu schaffen.</p>
<p align="justify">Dahers neue Gedichte sind Szenen aus dem Limbus der Twens. Erbarmungslos gegen sich selbst und andere projiziert sie einen Zeit-Raum, in dem juvenile Wunschträume in der ernüchternden Realität des Erwachsenenlebens verschwinden. Zwischen jugendlicher Aufbruchsstimmung und resignativer Abgeklärtheit werden Beziehungen, Zähne oder Schwäne zerrieben. Prägnante Detailbeschreibungen und poppige Bilder spiegeln das Lebensgefühl einer ganzen Generation wider. Gern bezieht Lydia Daher Wortneuschöpfungen in ihr Sprachspiel ein. Sie rebelliert gegen die <em>»verdrohung der jugend«.</em> Und wenn das Selbstwertgefühl im <em>»sickergrübeln«</em> zu versacken droht, lautet ihr Rat: <em>»wirf ein paar cent in die jokebox / und wünsch dir ein lächeln«</em>, denn <em>»auch leonard cohen wird nicht / im schneidersitz sterben«.</em></p>
<p style="text-align: right;">Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008), S. 123</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wolf Wondratschek: LIED VON DER LIEBE.</title>
		<link>http://netkubik.de/rezension/2008/11/05/wondratschek-lied-von-der-liebe/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 19:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton G. Leitner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2008]]></category>

		<category><![CDATA[Wolf Wondratschek]]></category>

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		<description><![CDATA[

dtv - Deutscher Taschenbuch Verlag (www.dtv.de), München 2008.
121 Seiten, € 8,90

Anton G. Leitner - Als Lyriker hat Wolf Wondratschek eine Traumkarriere hingelegt. Mitte der 70er-Jahre begann er, im Selbstverlag eine Serie von einfach aufgemachten Gedichtbänden zu publizieren. Sie trugen Titel wie »Das leise Lachen am Ohr eines andern« und umkreisten überwiegend ›Love, Sex and Crime‹ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-65" title="Wolf Wondratschek, Lied von der Liebe" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/wondratschek.jpg" alt="" width="150" height="238" /></p>
<p style="text-align: left;">dtv - Deutscher Taschenbuch Verlag (<a href="http://www.dtv.de/">www.dtv.de</a>), München 2008.<br />
121 Seiten, € 8,90</p>
<p><!-- 	 	 --></p>
<p align="justify"><em>Anton G. Leitner</em> - Als Lyriker hat Wolf Wondratschek eine Traumkarriere hingelegt. Mitte der 70er-Jahre begann er, im Selbstverlag eine Serie von einfach aufgemachten Gedichtbänden zu publizieren. Sie trugen Titel wie »Das leise Lachen am Ohr eines andern« und umkreisten überwiegend ›Love, Sex and Crime‹ in allen Spielarten.</p>
<p align="justify">Wondratschek hatte damals in einem genialen Coup den links-alternativen Frankfurter Versand Zweitausendeins gewinnen können, seine Gedichtbände exklusiv zu vertreiben; sie verkauften sich dort wie warme Semmeln. Der eingangs zitierte Titel erschien 1976 und war 1981 bereits in der 18. Auflage.</p>
<p align="justify">Die Zeiten haben sich geändert. Heute wollen mehr Leute ihre eigenen Gedichte publizieren als die von anderen lesen. Und auch der alte Wolf wird langsam grau mit seinen 65 Jahren. An die frühen Verkaufserfolge kann er nicht mehr anknüpfen, aber noch immer verehren ihn viele aus der Generation Ü 50 als Kultautor. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb ein Premium-Verlag wie dtv Wondratscheks Werkausgabe besorgt. Im Rahmen dieser Edition liegen jetzt unter dem Titel LIED VON DER LIEBE all jene Liebesgedichte vor, die abseits seiner Gedichtzyklen entstanden sind. Darüber hinaus haben auch einige neue Texte Eingang in den Band gefunden. Die Auswahl bietet einen guten Überblick, wie sich Wondratschek lyrisch an Herzen und Schmerzen abarbeitet. Gedichttitel wie »Hölderlin und die Huren« spiegeln sein romantisch-verklärtes Verhältnis zum Rotlichtmilieu, aber auch den typisch lässigen Sound seiner Verse wider. Wenn Skeptiker sein »Liebesgedicht auf die Mädchen, die keiner liebt« lesen, werden sogar sie sich vielleicht einfangen lassen vom herben Charme dieses dichtenden Machos alter Schule: <em>»Schön war keine. Und keine hatte Idealgewicht. / Und ihre Unterwäsche war nie was Besonderes. Aber // es gibt Stunden, wo es guttut, an sie zu denken«.</em></p>
<p style="text-align: right;">Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008), S. 146</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mario Wirz: STURM VOR DER STILLE. Gedichte.</title>
		<link>http://netkubik.de/rezension/2008/11/05/wirz-sturm-vor-der-stille/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 19:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton G. Leitner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2006]]></category>

		<category><![CDATA[Mario Wirz]]></category>

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		<description><![CDATA[

Aufbau-Verlag (www.aufbau-verlag.de), Berlin 2006.
155 Seiten, geb., € 17,90

Anton G. Leitner - »Wir kommen / auf die Welt / um zuzuschauen / wie wir / vorbei / gehen«, schreibt der Berliner Dichter Mario Wirz. Denn das Leben ist ein großes »Theater« und ab der Geburt spielen wir unsere Rolle als Akteure und Zuschauer in der eigenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-67" title="Mario Wirz, Sturm vor der Stille" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/wirz.jpg" alt="" width="150" height="260" /></p>
<p style="text-align: left;">Aufbau-Verlag (<a href="http://www.aufbau-verlag.de/">www.aufbau-verlag.de</a>), Berlin 2006.<br />
155 Seiten, geb., € 17,90</p>
<p><!-- 	 	 --></p>
<p align="justify"><em>Anton G. Leitner</em> - <em>»Wir kommen / auf die Welt / um zuzuschauen / wie wir / vorbei / gehen«,</em> schreibt der Berliner Dichter Mario Wirz. Denn das Leben ist ein großes »Theater« und ab der Geburt spielen wir unsere Rolle als Akteure und Zuschauer in der eigenen Vorstellung, bis der Vorhang überraschend fällt.</p>
<p align="justify">Wirz (Jahrgang 1956) legt mit STURM VOR DER STILLE einen bibliophil gestalteten Gedichtband im handlichen Format vor, der eine Reihe von Widmungsgedichten versammelt (den eingangs zitierten Text eignet er dem Lyrikerkollegen Richard Pietraß zu). Er liebt es, <em>»tollkühn«,</em> als sterblicher <em>»Gott unter Göttern«,</em> auf realen oder virtuellen Wellen zu surfen.</p>
<p align="justify">Aus seiner HIV-Infektion hat Mario Wirz nie einen Hehl gemacht. Seine Lyrik und Prosa bezeugen, mit welcher Kraft sich dieser mutige Autor den Herausforderungen der unheilbaren Krankheit stellt. Den Tod verliert er nur selten aus dem poetischen Blick; im Gedicht »Internetleben« kann er ihn sogar <em>»mit einer Taste« </em>löschen.</p>
<p align="justify">Wirz gelingt das große Kunststück, mit einfachen Worten existentielle Themen zu verdichten. Bei einem Freigeist wie ihm <em>»bleiben alle Türen«</em> unverriegelt. Und <em>»auch die Fenster« </em>öffnet er,<em> »dankbar den Dieben / die mich von den Dingen / befreien.« </em>Insbesondere aber dankt er allen Freunden und Lesern mit vitalen Versen dafür, am Leben zu sein - als Liebender, der geliebt wird.</p>
<p style="text-align: right;">Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008),<br />
S. 145 f.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Maik Lippert: IM RAUCHGLAS DES HIMMELS ÜBERM GEWERBEGEBIET. Gedichte 1990 – 2005.</title>
		<link>http://netkubik.de/rezension/2008/11/05/lippert-im-rauchglas-des-himmels/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 19:36:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton G. Leitner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2007]]></category>

		<category><![CDATA[Maik Lippert]]></category>

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		<description><![CDATA[

Mit Fotografien von Göstav Dirk Steglich.
Edition Thaleia (www.edition-thaleia.de), St. Ingbert 2007.
145 Seiten, € 13,-

Anton G. Leitner - Es gibt schon »zu viele dichter / mit sehnsucht / nach der notaufnahme«, aber wer wie Maik Lippert seine Kindheit und Jugend in Kleinfahner bei Erfurt verbracht hat und später Ökonomie in Moskau studierte, gehört sicher nicht zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-70" title="Maik Lippert, Im Rauchglas des Himmels überm Gewerbegebiet" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/lippert.jpg" alt="" width="150" height="241" /></p>
<p style="text-align: left;">Mit Fotografien von Göstav Dirk Steglich.<br />
Edition Thaleia (<a href="http://www.edition-thaleia.de/">www.edition-thaleia.de</a>), St. Ingbert 2007.<br />
145 Seiten, € 13,-</p>
<p><!-- 	 	 --></p>
<p align="justify"><em>Anton G. Leitner</em> - Es gibt schon<em> »zu viele dichter / mit sehnsucht / nach der notaufnahme«, </em>aber wer wie Maik Lippert seine Kindheit und Jugend in Kleinfahner bei Erfurt verbracht hat und später Ökonomie in Moskau studierte, gehört sicher nicht zu dieser Spezies. Er musste zuallererst einmal den sozialistischen Alltag bewältigen, d. h. (Über-)Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs »organisieren«. Trotz solcher zeitraubenden Aufgaben hat sich Lippert als Held des Alltags Humor und Sprachwitz bewahrt und zeigt ein erstaunliches Organisationstalent auch im poetischen Bereich. So gelingt es ihm vortrefflich, seine Vorliebe für eine krumme Frucht von der DDR ins wiedervereinigte Deutschland hinüberzuretten: <em>»z. b. bananen / esse ich noch immer / am liebsten überreif / wie damals«. </em>Beim herzhaften <em>»biss ins mark« </em>denkt dieser Lyriker nicht sofort an die geschwollenen Hände der Pflückerin <em>»juanita«</em> und auch nicht an <em>»ihren vater miguel«,</em> sondern freut sich zunächst <em>»gewissenlos« </em>am Kaugenuss.</p>
<p align="justify">Politisch korrekte Botschaften in moralinsaure Verse zu verpacken ist Lipperts Sache nicht, aber gerade dies macht den natürlichen Charme und Frischefaktor seiner Gedichte aus. Und so dürfen ihn Leser zum »S-Bahnhof Griesheim bei Dunkelheit« begleiten oder ins »Café Atlantic«: <em>»sieh doch die zwei / wie sie händchen halten / zwei tische vor uns / der junge mit der kapuzen-sweatjacke / das mädchen ganz miss / petrolio«. </em>Der lyrische Ich-Erzähler hat noch den Geschmack von Möhrensuppe und Ingwer im Mund. In Kombination mit der vorher beobachteten Flirtszene animiert ihn dieses Aroma, sich selbst seiner Liebsten zuzuwenden: <em>»so streich ich dir übers shirt / deine brustwarzen fühlen sich spröde / an / wie trockenerbsen«.</em></p>
<p style="text-align: right;">Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008),<br />
S. 134 f.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fitzgerald Kusz: MUGGN. Gedichte.</title>
		<link>http://netkubik.de/rezension/2008/11/05/fitzgerald-kusz-muggn-gedichte/</link>
		<comments>http://netkubik.de/rezension/2008/11/05/fitzgerald-kusz-muggn-gedichte/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 19:34:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton G. Leitner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2007]]></category>

		<category><![CDATA[Fitzgerald Kusz]]></category>

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		<description><![CDATA[
ars vivendi verlag (www.arsvivendi.com), Cadolzburg 2007.
94 Seiten, € 12,90


Anton G. Leitner - New Orleans liegt am Mississippi und durch Nürnberg fließt die Pegnitz. Aus New Orleans kommt der Blues und aus Nürnberg Fitzgerald Kusz. Und ihm fließt Blues aus der Schreibhand. MUGGN heißt sein elfter Gedichtband.
Kusz hat schon so manche Mücke aber auch ausgewachsene Elefanten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-74" title="Fitzgerald Kusz, Muggn" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/kusz.jpg" alt="" width="150" height="150" /></p>
<p style="text-align: left;">ars vivendi verlag (<a href="http://www.arsvivendi.com/">www.arsvivendi.com</a>), Cadolzburg 2007.<br />
94 Seiten, € 12,90</p>
<p style="text-align: left;"><!-- 	 	 --></p>
<p><!-- 	 	 --></p>
<p align="justify"><em>Anton G. Leitner</em> - New Orleans liegt am Mississippi und durch Nürnberg fließt die Pegnitz. Aus New Orleans kommt der Blues und aus Nürnberg Fitzgerald Kusz. Und ihm fließt Blues aus der Schreibhand. MUGGN heißt sein elfter Gedichtband.</p>
<p align="justify">Kusz hat schon so manche Mücke aber auch ausgewachsene Elefanten mit seiner lyrischen Klappe erschlagen. Er schaut dem Volk aufs Maul, ohne ihm nach dem Mund zu dichten. Ein Aufmucker wie er weiß genau, dass letztendlich der Ober den Unter sticht. Selbst ein »underdog« sucht sich jemand, den er abrichten kann (<em>»jeds klanne werschdlä / find enn hund / wouä abrichdn koo«</em>).</p>
<p align="justify">Kusz liebt den lautmalerischen Nürnberger Dialekt und verewigt ihn geschickt in seiner O-Ton-Lyrik. Auch Menschen aus anderen Dialektregionen und sogar strenge Verfechter des Hochdeutschen können eine wahre Freude an der Übersetzung der Kusz&#8217;schen Verse in ihre ›Sprache‹ finden. Als Belohnung winkt ein Ohrenschmaus, weil die herbe Melodik des Nürnbergerischen im Kopf nachklingt und ständig zum lauten Nachsprechen animiert: <em>»zier di ned / dou ned lang rum / schdell di ned su oo / drucks ned rum / sooch wosd zum soong hasd«</em>.</p>
<p align="justify">Fitzgerald Kusz ist ein großer Mund-Art-Lyriker und dichtet auf Augenhöhe mit seinen Kollegen der Wiener Gruppe, allen voran H. C. Artmann und Ernst Jandl.</p>
<p style="text-align: right;">Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008), S. 134.</p>
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		<title>Margarete Heiß: IN DEN RÜCKEN SCHREIBEN. Gedichte.</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 19:27:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton G. Leitner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2008]]></category>

		<category><![CDATA[Margarete Heiß]]></category>

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		<description><![CDATA[
edition lichtung, lichtung verlag (www.lichtung-verlag.de), Viechtach 2008.
79 Seiten, € 9,90

Anton G. Leitner - Das 21. Jahrhundert könnte als jene traurige Epoche in die Geschichtsbücher eingehen, in der sich alle Menschen dem Wirtschaftlichkeitsprinzip unterwerfen mussten. Wir sind Zeitzeugen, wie »Marons und Kleists Paradies« im Ramsch, d. h. »Altpapier«, landen, weil sie sich nicht im knapp kalkulierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-76" title="Margarete Heiss, In den Rücken schreiben" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/heiss.jpg" alt="" width="150" height="238" /></p>
<p style="text-align: left;">edition lichtung, lichtung verlag (<a href="http://www.lichtung-verlag.de/">www.lichtung-verlag.de</a>), Viechtach 2008.<br />
79 Seiten, € 9,90</p>
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<p align="justify"><em>Anton G. Leitner</em> - Das 21. Jahrhundert könnte als jene traurige Epoche in die Geschichtsbücher eingehen, in der sich alle Menschen dem Wirtschaftlichkeitsprinzip unterwerfen mussten. Wir sind Zeitzeugen, wie <em>»Marons und Kleists Paradies«</em> im Ramsch, d. h. <em>»Altpapier«, </em>landen, weil sie sich nicht im knapp kalkulierten Zeitraum verkaufen und als ›Ladenhüter‹ zu viel kostbare Regalfläche blockieren. Gottlob gibt es noch einzelne gallische Dörfer bzw. Buchhandlungen, deren Bewohner / Inhaber sich ideenreich und tapfer gegen gleichmacherische Konzentration und feindliche Übernahmen wehren. Zu dem Fähnlein der Aufrechten gehört auch die 1953 geborene Kelheimer Buchhändlerin Margarete Heiß.</p>
<p align="justify">IN DEN RÜCKEN SCHREIBEN heißt ihr zweiter Gedichtband und dessen Lektüre vermittelt etwas von der Freude, die Heiß selbst beim Lesen empfindet. Sie weiß, dass die Vertreibung aus dem Kleist&#8217;schen Paradies droht. Davon unbeeindruckt genießt sie die »<em>Theweleitschen Klugheiten«</em> der <em>»Wortfummler«</em> genauso wie roten <em>»Tee mit Orange / ein Stück Speck«</em> oder <em>»Meerrettich«.</em> Die Heiß&#8217;schen Verse kreisen im Allgemeinen um Liebe, Natur und Kulinarisches, im Besonderen um Geburt, Donaufrösche, Kräuter, Spiritualität und Männer. Auf den Speck folgt <em>»eine Seite Ungaretti« </em>und nach<em> </em>der <em>»Herzflocke« </em>kommen die <em>»Winterreifen«. </em></p>
<p align="justify">Margarete Heiß widmet sich den geistigen Bedürfnissen, ohne dabei die sinnlich-körperlichen Genüsse zu vernachlässigen. Diese eigenwillige Kombination aus Luftigem und Bodenständigen macht den Reiz ihrer Lyrik aus: <em>»Nicht mille nebelige / nicht großherrlich novemberliche / nur einen kleinen dornenrösigen / zwecks der Erlösung / un bacio solo« </em>(»Der Friederike und Catull«).</p>
<p style="text-align: right;">Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008), S. 128.</p>
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		<title>Jürgen Dziuk: WAS BLEIBT IST FERNE. Gedichte.</title>
		<link>http://netkubik.de/rezension/2008/11/05/dziuk-was-bleibt-ist-ferne/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 19:25:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton G. Leitner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2007]]></category>

		<category><![CDATA[Jürgen Dziuk]]></category>

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		<description><![CDATA[
Herausgegeben von Axel Sanjosé und Richard Dove.
Landpresse, Verlag Ralf Liebe (www.verlag-ralf-liebe.de). Weilerswist 2007.
144 Seiten, € 10,-

Anton G. Leitner - »Ein Tisch, ein Stuhl, ein Leben // was davon wird verweilen, kurz / als gehöre es uns?«, fragte sich Jürgen Dziuk in einem Gedicht. Fast scheint es, als hätte schon beim Verfassen solcher Verse eine Todesahnung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-78" title="Jürgen Dziuk, Was bleibt ist Ferne" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/dziuk.jpg" alt="" width="150" height="150" /></p>
<p style="text-align: left;">Herausgegeben von Axel Sanjosé und Richard Dove.<br />
Landpresse, Verlag Ralf Liebe (<a href="http://www.verlag-ralf-liebe.de/">www.verlag-ralf-liebe.de</a>). Weilerswist 2007.<br />
144 Seiten, € 10,-</p>
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<p align="justify"><em>Anton G. Leitner</em> - <em>»Ein Tisch, ein Stuhl, ein Leben // was davon wird verweilen, kurz / als gehöre es uns?«, </em>fragte sich Jürgen Dziuk in einem Gedicht. Fast scheint es, als hätte schon beim Verfassen solcher Verse eine Todesahnung mitgeschwungen. Dziuk konnte das Erscheinen seiner Lyriksammlung WAS BLEIBT IST FERNE nicht mehr erleben. Er erlag im September 2004 in Kuala Lumpur mit 44 Jahren einer schweren chronischen Krankheit.</p>
<p align="justify">Jürgen Dziuk hat rund 180 Gedichte hinterlassen, von denen etwa zwanzig zu Lebzeiten veröffentlicht wurden. Als Student engagierte er sich Mitte der 80er-Jahre in der »Initiative Junger Autoren« (München). Schon damals begeisterte ihn die fernöstliche Kultur; er studierte Sinologie und unternahm längere Asienreisen. Vor diesem Hintergrund entstanden auch zarte Haikus, in denen Natur- und Liebeserfahrungen miteinander korrespondieren: <em>»Ein warmer Schauer / flackert durch meinen Körper / Lippenmenuett« </em>oder <em>»Bäume atmen sanft - / haben sie etwa Angst den / Wind zu vertreiben«. </em></p>
<p align="justify">Dziuk übersiedelte 1993 nach Malaysia, wo er bis zu seinem Tod für einen deutschen Konzern arbeitete. Während Autorenkollegen aus Münchner Zeiten wie Friedrich Ani oder Michael Lentz erfolgreich auf eine Künstlerkarriere setzten, zahlte Dziuk für den Wechsel ins Exportgeschäft einen hohen Preis. Mit dem Rückzug aus der Literaturszene versiegte seine lyrische Produktion fast vollständig. Kurz vor dem Tod suchte er wieder Kontakt zu früheren Schriftstellerfreunden. Zwei von ihnen, Axel Sanjosé und Richard Dove, haben sein schmales lyrisches Werk der Nachwelt erhalten. Sie besorgten die Edition sorgfältig, mit wissenschaftlicher Akribie. Bei der Gedichtauswahl konzentrierten sie sich vor allem auf Texte, die nach 1987 entstanden sind. Darunter befindet sich auch Dziuks poetische »Annäherung an das Wesen der Lyrik«: <em>»so als wären diese Worte noch / in Bewegung, als tauchten sie auf / aus dem Weißgrund des Papiers / zu schwach um sich im Formlosen / halten zu können«.</em></p>
<p style="text-align: right;">Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008), S. 124.</p>
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		<title>Bas Böttcher: DIES IST KEIN KONZERT.</title>
		<link>http://netkubik.de/rezension/2008/11/05/boettcher-dies-ist-kein-konzert/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 19:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anton G. Leitner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[CDs]]></category>

		<category><![CDATA[Einzeltitel]]></category>

		<category><![CDATA[2006]]></category>

		<category><![CDATA[Bas Böttcher]]></category>

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		<description><![CDATA[

Verlag Voland &#38; Quist (www.voland-quist.de), Dresden 2006.
Audio-CD mit 28 Seiten Textbuch, geb., € 13,90
Anton G. Leitner - »Ich hab ein Buch rausgebracht und find mich jetzt noch intellektuellerer / als der von mir hochgeschätzte Kollege Walter Höllerer«, reimt Bas(tian) Böttcher, der einst angetreten war, die Bühnen hiesiger Poetry Slams zu erobern. Im anzitierten Gedicht »Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 	 	 --></p>
<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-80" title="Bas Böttcher, Dies ist kein Konzert" src="http://netkubik.de/rezension/wp-content/uploads/2008/11/bottcher.jpg" alt="" width="150" height="150" /></p>
<p style="text-align: left;">Verlag Voland &amp; Quist (<a href="http://www.voland-quist.de/">www.voland-quist.de</a>), Dresden 2006.<br />
Audio-CD mit 28 Seiten Textbuch, geb., € 13,90</p>
<p align="justify"><em>Anton G. Leitner</em> - <em>»Ich hab ein Buch rausgebracht und find mich jetzt noch intellektuellerer / als der von mir hochgeschätzte Kollege Walter Höllerer«, </em>reimt<em> </em>Bas(tian) Böttcher, der einst angetreten war, die Bühnen hiesiger Poetry Slams zu erobern. Im anzitierten Gedicht »Der stolze Literat« sollen junge Lyrikerkollegen als eitle Taktiker geoutet werden. Aber Böttcher ist ein Lamm im Wolfspelz. Denn bereits auf der gegenüberliegenden Seite praktiziert er eine literaturbetriebsübliche Unterwerfungsgeste: Er dankt dort devot u. a. dem Literarischen Colloquium Berlin, das einst Walter Höllerer gegründet hatte. Eigentlich könnte der 1974 geborene Bremer, der heute in Berlin lebt, getrost auf solche Anbiederungsstrategien verzichten, denn er ist der erste international beachtete Bühnenpoet, den die deutsche Slamszene hervorgebracht hat.</p>
<p align="justify">Im Textbuch des Audio-Print-Projekts DIES IST KEIN KONZERT hegt Böttcher Zweifel an der Abdruckwürdigkeit seiner Gedichte. Sie seien nämlich »primär für den Vortrag verfasst« worden. Da alle von ihm selbst rezitierte Lyrik auch schwarz auf weiß mitgeliefert wird, kann sich der Leser / Hörer sein eigenes Urteil bilden. Wenn Böttcher in seiner »Liebeserklärung an eine Chinesin« mit unverwechselbarer Stimme Verse wie <em>»Ich belager dein Terrain mit nem Manga inner Hand und / bring</em><sub><em> </em></sub><em>aus&#8217;m Lamäng ein paar Poeme«</em> rezitiert, tut er es in einem der chinesischen Sprache nachempfundenen Singsang. Allein schon wegen des Vortrags dieses einen Gedichts lohnt sich die Anschaffung der CD. Denn zweifellos drückt dieser moderne Minnesang das Lebensgefühl der »Generation Twingo« aus: <em>»Denn wenn dein Twingo vorm Bungalow einbiegt, / liegt ein feines Buket Gladiolen im Gang«.</em></p>
<p style="text-align: right;">Quelle: DAS GEDICHT, Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik, Bd. 16 (Weßling, Oktober 2008), S. 122.</p>
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