Cerise

Die schönste Kirsche unter allen
glaubte ich entdeckt zu haben.
Sie war noch nicht vom Baum gefallen,
war eine jener Gottesgaben.

So süß und saftig sah sie aus,
ich begann die Lippen mir zu lecken.
Als feiner Gaumenschmaus
sollte sie mir lecker schmecken.

Der Versuchung war nicht beizukommen,
ich musste sie ganz einfach pflücken.
Ich hatte den Baum schon halb erklommen,
da lag ich plötzlich auf dem Rücken.

Als ich zermürbt gen Himmel sah,
keuchend und mein Rücken wund,
löste sich die Kirsche da
und fiel mir einfach in den Mund.

© Jan Nivell


Mittwoch, 7. September 2011, 05:13 Uhr
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