Cerise

Die schönste Kirsche unter allen
glaubte ich entdeckt zu haben.
Sie war noch nicht vom Baum gefallen,
war eine jener Gottesgaben.

So süß und saftig sah sie aus,
ich begann die Lippen mir zu lecken.
Als feiner Gaumenschmaus
sollte sie mir lecker schmecken.

Der Versuchung war nicht beizukommen,
ich musste sie ganz einfach pflücken.
Ich hatte den Baum schon halb erklommen,
da lag ich plötzlich auf dem Rücken.

Als ich zermürbt gen Himmel sah,
keuchend und mein Rücken wund,
löste sich die Kirsche da
und fiel mir einfach in den Mund.

© Jan Nivell


Mittwoch, 7. September 2011, 05:13 Uhr
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Schlemmen … vergänglich … wie das Leben

Im Geschmackssinn
öffnet sich sachte zärtlich,
meist einfühlsam die Anbahnung
zur Entdeckung der Welt
Neu-Wiederankunft der Irdischexistenz.
Und Genuss pur allerorten.
Schlemmen,
kulturell vollendet,
kommt alsbald hinzu:
ein erstes Eis,
erste Schoko,
erste Cola …
und …
das Schlemmen in spe …
Nun ja,
überlassen wir es der Fantasie.
Lebenszeit genießerisch,
ein wenig,
zerrinnend … scheidend dahin.

© Reinhold Nisch


Dienstag, 6. September 2011, 05:32 Uhr
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Lust auf Liebe

Gedanken perlen
Im Champagnerglas
Flüstern Liebesworte
Der Narziss bekommt Flügel
In der Sehnsuchtswarteschleife

Schmetterlinge grimmen
Im Bauch
Summen Lustworte
Weben rosarote Traumgespinste
Im Zellchaos der Zärtlichkeit

Schwirrendes irrendes suchendes Ich
Auf Wolke 7 ist noch ein Zimmer frei

© Franziska Nöthen


Sonntag, 4. September 2011, 20:50 Uhr
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