wir tafeln in fremden sprachen
füllen den mund mit unverständnis
um die beine streicht der struppige kater
dann trittst du heran schüttelst
apfelblüten schnee auf den tisch
die untergehende sonne macht den tag
versöhnlich wir heben das glas
du trägst dill im haar singst lieder
vom wasser das steigt um die tafel
wir schiffbrüchigen treiben gelassen
ein storch schwebt elegant über die stadt
im großen topf ziehen die fische die letzte runde
durch das karottenschilf
erschöpft wir heben das glas
mit klarem verstand in deinen augen
spiegelt der fluss den baum mit dem toten geäst
jetzt schweigen die raben kurz vor der nacht
wir tafeln in beruhigender wirrnis
wir heben das glas zum dritten mal
© Klaus Bölling
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