Labsal

Dem alten Kind in dir verschafft,
vom Laufen schlapp, 
                            den Glücksgeschmack
bei Tschaufen, oberhalb der Trübsal,
das Glas Holunderblütensaft.

© Rolf Birkholz


Freitag, 21. Oktober 2011, 05:00 Uhr
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tafeln mit freunden

wir tafeln in fremden sprachen
füllen den mund mit unverständnis
um die beine streicht der struppige kater
dann trittst du heran schüttelst
apfelblüten schnee auf den tisch
die untergehende sonne macht den tag
versöhnlich wir heben das glas

du trägst dill im haar singst lieder
vom wasser das steigt um die tafel
wir schiffbrüchigen treiben gelassen
ein storch schwebt elegant über die stadt
im großen topf ziehen die fische die letzte runde
durch das karottenschilf
erschöpft wir heben das glas

mit klarem verstand in deinen augen
spiegelt der fluss den baum mit dem toten geäst
jetzt schweigen die raben kurz vor der nacht
wir tafeln in beruhigender wirrnis
wir heben das glas zum dritten mal

© Klaus Bölling


Freitag, 21. Oktober 2011, 04:55 Uhr
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Primeln und Fisch

verglast welken Blumen am Tisch. allerliebst auch die anderen Geschöpfe. mit Gabel und Messer geht’s weiter. hinein in den Bauch. heraus das Rückgrat. barbarisches Gelage tief unter Primeln. was nicht schmeckt bleibt. wie alle anderen Irrtümer. geweidet an Fleisch und Flossen legt sich der volle Magen. Müdigkeit greift Raum. Gedanken liegen schwer. verstreut und in alle Richtungen. Beschwerliches will ordnen. am Fenster nur Schwitzwasser.

© Eva Boßmann


Dienstag, 11. Oktober 2011, 19:43 Uhr
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Schlemmen und Schmecken

Schlemmenmich durch Käsesahne
Schmeckenmich durch allerfeinste
Gaumenfreuden höchst apart.
Zungenwühlen
in den kühlen
Weinen froher Lebensart.

Halbverzögert über Gaumen
rieseln götterhafte Speisen
wobei sich die Augen schließen
alle Sinnen fromm beginnen
die Genüsse hoch zu preisen.

Schlemmenmich
durch Tage, Wochen
opulentes mich Bekochen
mühen Küchenmeister sich.
Oh, wie sind die Himmel offen
manchesmal bin ich besoffen
Schlemmgenießen mich entzückt.

Mondeweit die Sause gehet
wie sich alle Speicher füllen
meines lieben Leibes Not zu begegnen.
Doch am Ende bleibt vom Schlemmen
und Genießen
mir der Wunsch nur noch nach
trocken Brot.

© Hildegard Brucker


Dienstag, 11. Oktober 2011, 19:36 Uhr
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Hunger und Durst

Als ich
um Essen bat
hat man mir
Kummerbrot gereicht

Als ich
um Trinken bat
hat man mir
Tränenwein serviert

Als ich
hungerstreikte
hat man mich
perkutan ernährt

© Gerhard Butke


Dienstag, 11. Oktober 2011, 19:20 Uhr
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