DUNKELKAMMER träumen, rapid
eye movement wie ein vogel flöge
in die entsicherte landschaft
spreizen, das hirn weit, weiter
bis das denken zerstiebt
versperrt der strand
federn, bleiche
lichtbrechende pfützen
pulsierend nur der rand der aussicht
der sich ins vage verliert
der schmale streifen meer
solider als der zögerliche himmel
der geile, tote salzgeruch unter
schwindender sonne
flatline!
und das herz, der vogel schreit
sanfter, unerreichbarer körper
blass vor dem fels krallen sich
finger ins unterbelichtete
© Andrea Heuser
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Himmelsfernsehen
Schnee flimmert
über den strahlend
blauen Bildschirm
Ein kleiner Winterfilm
eine leichte Bildstörung
Wer weiß
© Friedrich Hirschl
Ein Apfel
Schrumpfapfel, babyfaustgroß,
vier Meter über der Erde - klar
im filigranen Zweigwerk zu sehen,
im Schwarzweiß der Schneezeit;
der letzte im Baum,
in längst entlaubten Bäumen.
Von Schimmelpilzsporen getroffen, unbesiegt
von Kälte und Sturm, Starrkopf
mit weißer Kappe.
Seit Monaten da
hängend, heute bemerkt. Unaufgeregt setze ich
Schritte.
Zurück zum Tastendrücken,
Weiterwohnen, wo eine späte Stubenfliege,
die Fensterscheibe entlangsurrend, hinausstrebte
in das Tageshelle, den Schnee.
© Dieter Hischmann
Fordernde Worte
Tägliches Bad in fremden
Bildern hinausposaunten
Worten daß einem Hören
und Sehen vergeht
Sinnlawinen losgetreten
Worte fordern ihre
Bedeutung ein
wie Wächter auf der
Zinne: wacht auf
holt eure Lampen nehmt
Den Bräutigam die Braut
das Password im Wind
nicht verloren
© Eva Höcherl
Die Sänger
Diejenigen, die über mich
zu Gericht sitzen,
sollen ihr Urteil singen.
Damit jede Megäre aufmerkt,
werden Trommeln geschlagen,
die die Sänger unterstützen.
Bei so viel Gesang
ist gewiss auch mal
ein falscher Ton dabei.
© Ursula Kiefer
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