Benachrichtigung

Beim ersten Windstoß
stellten sich
ihre Nackenhaare hoch
bloß nicht nachgeben
die Erde ist hart genug

© Karin Alette


Donnerstag, 27. November 2008, 17:54 Uhr
Abgelegt unter: Alette, Karin - L&E, Autoren: A
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Einstellung

erst etwas Klares wie Muscheln am Grund
und die Wellen grünes durchsichtiges Glas
und der Sand weiß Steine wie Lutschbonbons
dann kippt die Sonne weg spielt
die Sterbende keucht mit verdrehten
Farben   wie immer perfekt
dramatisch   Kameras an
Endorphine zappeln: Ja, Ja!

© Kerstin Becker


Donnerstag, 27. November 2008, 17:49 Uhr
Abgelegt unter: Autoren: B, Becker, Kerstin - L&E

März März

köstlich zubereitet liegen die Felder
Krume an Krume
feuchtduftendes Land
die Erde
als wärs
eine Göttin im Hochzeitsgewand

© Angela-Marcella Gerstmeier


Donnerstag, 27. November 2008, 17:44 Uhr
Abgelegt unter: Autoren: G, Gerstmeier, Angela-Marcella - L&E

gewitter

ferner donner, wetter
leuchten. auffrischender 

wind. der himmel
schwarz und schwärzer. 

in hohem bogen
alle vögel fort 

geflogen. blitze zucken,
schlagen ein. wolken 

brüche, regen
schauer … nicht 

von dauer: nach
stunden zwei 

ist der spuk
vorbei.

© Thomas Hald


Donnerstag, 27. November 2008, 17:40 Uhr
Abgelegt unter: Autoren: H, Hald, Thomas - L&E

Katastrophenblind

Wofür denn werden wir töten, zweitausend
Jahre nach Christi Geburt? Klimawandel
verbrennt Äcker zu Wüsten, entflammt den
archaischen Kampf um letzte Ressourcen.
Was bewahrt noch den Menschen zu erschlagen
den Bruder am Wasserloch, wenn quälende Dürre
ehemals fruchtbares Land austrocknen lässt,
durstendes Vieh zur leeren Tränke geführt
erschöpft nach Wasser in Todesangst brüllt?
Europa - auslagernd üble Gewalt in fern
gelegene Lager - wen kümmert das Schicksal
von Flüchtenden, die einmal ergriffen in
Wüsten ausgesetzt werden, mit Proviant
zum Leben zu wenig zum Sterben zu viel?
Weit weg von den Grenzen Europas sterben sie
ihren einsamen Tod, von dem niemand erfährt.
Würde des Menschen auch noch im Tod?
Interessiert es schon hier in Europa,
so Flüchtende mit hastig gebauten Leitern
in Grenzzäunen verbluten oder in elenden
Kähnen die Meere querend verdursten? Wie
schnell also verliert der Mensch Grundwerte
seiner Kultur? Katastrophenblind krächzt heiser
der Geier weit entfernt vor den Toren Europas.

© Wolfgang Richter


Donnerstag, 27. November 2008, 17:00 Uhr
Abgelegt unter: Autoren: R, Richter, Wolfgang - L&E
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