Auf der AKEP Jahrestagung haben Wibke Ladwig (Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt) und Nina Reddemann (Carl Hanser Verlag) eine Präsentation rund um das Thema Social Media-Nutzung und -Strategien für Verlage gehalten. Die darin vorgestellten Grundsätze für den Umgang mit Social Media gelten natürlich nicht nur für Verlage. Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Regeln:
Wer gehört eigentlich zu meiner Zielgruppe? Worüber spricht meine Zielgruppe? Wie kommuniziert sie? Und wo tut sie das?
Kontakt mit der Zielgruppe aufnehmen, den Dialog befördern, sich ins Gespräch bringen.
Reaktionen und Kritik der Zielgruppe wahrnehmen und darauf reagieren.
Menschlich und authentisch kommunizieren.
Am Ball bleiben: Das Engagement in Social Media muss langfristig aufrecht erhalten werden. Dazu bedarf es vor allem eines ausreichenden Knowhows und Zeitbudgets für die Pflege der Community.
Was soll mit der Social Media-Aktivität erreicht werden? Wer soll dadurch angesprochen werden? Welche Strategie ist dafür sinnvoll? Wie können die Ziele überprüft werden?
Regelmäßige Überprüfung der gesetzten Ziele durch Monitoring. Anpassung der Strategie.
Durch die im April geänderten Datenschutzbestimmungen ist Facebook mal wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geraten: Der Wandel Facebooks vom geschützten Netzwerk für private Kontakte hin zum öffentlichen Social Stream, der Monetarisierungsdruck und die damit verbundenen Probleme insbesondere bezüglich der Privatsphäre rufen längst nicht nur Datenschutzfanatiker auf den Plan, sondern ziehen auch bei den sogenannten Digital Natives (die sich angeblich wenig um ihre Privatheit sorgen) ihre Kreise. Das zeigen nicht zuletzt die Satements zum Facebook-Dilemma auf jetzt.de.
Martin Weigert hat heute bei netzwertig.com einen Artikel veröffentlicht, in dem er einige Aspekte der grundlegenden Problematik schildert und aufzeigt, was Facebook hätte anders machen müssen. Er unterteilt Facebooks Fehlentscheidungen dabei in funktionelle, strategische und kommunikative Fehler. Bei den funktionellen Fehlern stehen ganz klar die „komplizierten Datenschutzeinstellungen” im Mittelpunkt: Ganz klar, die Datenschutzeinstellungen von Facebook haben es in sich. Aber letztlich bieten sie auch starke Ausdifferenzierungsmöglichkeiten. Die Verantwortung liegt hier beim einzelnen User, der also (durch das standardmäßige Opt-out-Verfahren) eine entsprechende „Mündigkeit” mitbringen muss.
Ich sehe das Problem hier weniger bei der Komplexität der Privatsphären-Einstellungen, sondern eher im mangelnden Bewusstsein der User – und hier kann man Facebook prinzipiell vorwerfen, genau darauf zu setzen und nicht eben zur Aufklärung beizutragen. Als Unternehmen muss Facebook aber natürlich die eigenen Interessen wahren.
Allen, die sich für die Einzelheiten der Privatsphären-Einstellungen bei Facebook interessieren, sei deshalb der Leitfaden von Thomas Hutter empfohlen, der heute neu erschienen ist:
Whitepaper Facebook Privatsphaere 05 2010
Ich sehe Facebooks Wende hin zum öffentlichen Netzwerk nicht als strategischen Fehler, schließlich ist das geschlossene Netzwerken nach wie vor möglich. Und möglicherweise werden im Bereich Datenschutz noch Nachbesserungen erfolgen – sowohl was die offene Kommunikation als auch was die Anwenderfreundlichkeit angeht (schließlich ist der Abmelden-Button auch wieder aufgetaucht). Da mache ich mir dann schon eher Sorgen, dass sich unter den Facebook-Profile ähnlich viele Marketingschleudern breit machen wie es bei twitter der Fall ist. Aber was dem einen das Unfollow oder Block, ist dem anderen dann ja schließlich immer noch das Als FreundIn entfernen bzw. Gefällt mir nicht mehr oder die Blockierliste…
Autor Erik Qualman (Socialnomics: How social media transforms the way we live and do business) hat sein Video zur „Social Media Revolution” neu aufgelegt. Für alle Social Media-Skeptiker bereitet er darin beeindruckende Social Media-Fakten und -Statistiken auf. Sehenswert!
[via socialmedia-blog.de]
Der crowdgesourcte Autor
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