Heute Abend um 19.00 Uhr bietet O’Reilly einen kostenlosen Live-Webcast zum Thema “What Publishers Need to Know about Digitization”. Der Webcast wird von Liza Daly gehalten, die als Beraterin und Softwareentwicklerin in Verlagen wie Oxford University Press, Columbia University Press und O’Reilly Media Digitalisierungsprojekte begleitet hat. Der Webcast soll einen Überblick liefern und ist für Teilnehmer ohne Vorkenntnisse geeignet. Hier kann man sich für die Teilnahme anmelden.
[via <elektrolese>]
Im Upload-Magazin hat sich Jan Tißler einer aktuellen Untersuchung zum Nutzerverhalten angenommen, die von Forrester durchgeführt wurde. Der Studie zufolge tummeln sich in Deutschland hauptsächlich inaktive Surfer im Netz. Deutlich wird auch das unterschiedliche Nutzungsverhalten der verschiedenen Altersgruppen: So stellen in der Altersgruppe von 18 bis 24 Jahre immerhin 22 Prozent der User aktiv eigene Inhalte ins Netz (über Weblogs u. ä.), in der Altersgruppe von 35 bis 44 Jahre werden nur noch 9 Prozent der Nutzer zu der Gruppe der Creators gezählt.
Klar ist: Da ist noch einiges an Potenzial nach oben hin offen. Klar ist aber auch: Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, nicht selbst im Netz aktiv zu werden – und man wird nie alle zu Creators oder Critics machen können. Offen bleibt: Wie macht man es seinen Usern schmackhaft, sich aktiv einzubringen? Ein grundsätzliches Problem, von dem insbesondere Social Networks ein Lied singen können.
Leider bin ich auf der Buchmesse nicht in den Genuss gekommen, einen der präsentierten E-Book-Reader in die Hände zu bekommen: Zu groß das Gedränge an den Ständen der Aussteller, bei denen man die Geräte in Augenschein nehmen konnte.
Das Thema E-Book prägte nicht nur die Messe, sondern auch die Medienberichte rund um das Branchenevent. E-Book-Reader sind aber keine neue Erfindung – es bleibt abzuwarten, ob sich der aktuelle Trend zu einem soliden Geschäft mausern wird.
Aufschlussreich dabei eine kleine Befragung des Google Trends-Tool, dass Hinweise zu Suchvolumen sowie Medienberichterstattung zu bestimmten Suchanfragen liefert:

Oben zu sehen das Volumen der Suchanfragen in Deutschland, unten die Anzahl der Erwähnungen in Online-Berichten, die im Google News-Bereich erscheinen. Schön zu erkennen sind die Spitzen im Zuge der Buchmesse-Berichte, die sich mit leichter Verzögerung auch in den Suchanfragen spiegeln. Sicherlich eine Entwicklung, die man im Auge behalten sollte.
Die aktuelle Diskussion um den Medienwechsel – weg vom Druck hin zu digitalen, insbesondere Online-Medien – ruft einiges an Unsicherheiten in der Verlagsbranche hervor. Dabei stehen Fragen nach Möglichkeiten der Monetarisierung und insbesondere auch die Herausforderungen im Bereich Digital Rights Management im Mittelpunkt. Wie können sich Verlage auf die Veränderungen einstellen?
Meiner Meinung nach ist es grundsätzlich wichtig, dass Verlage sich ihre wichtigsten Kompetenzen vor Augen führen – das gilt allen voran für Zeiten, in denen (noch ungewisse) Trends sich zu wahren Hypes entwickeln. Sich auf diesen Kern zu besinnen, hilft den Kopf freizumachen, um Möglichkeiten der Positionierung des Unternehmens auch und gerade im Hinblick auf die Online-Strategie abwägen zu können.
Einige der zentralen Arbeitsbereiche und Qualifikationen von Verlagen sind die folgenden:
- Konzeption von Inhalten
- Organisation von Inhalten
- Veredelung von Inhalten durch Selektion, Bearbeitung/Verbesserung, Formgabe
- Vermarktung von Inhalten
Es handelt sich um die Basis, auf der die verlegerischen Geschäftsmodelle in der Regel aufbauen. Die Ausprägung und Ausgestaltung der einzelnen Punkte, die angestrebte Positionierung sowie die verfolgten Ziele können dabei sehr unterschiedlich sein. Das Bewusstsein für eine solche Grundlage hilft jedoch, erwünschte Ziele zu definieren und die Möglichkeiten neuer oder erweiterter Geschäftsfelder im Online-Bereich auszuloten.
Selbstverständlich bringt das ‘Medium Online’ anders gelagerte Herausforderungen mit sich als das Medium Buch. Doch mit der Entwicklung des Hörbuch-Segments und elektronischer Medien wie CD-Roms und Spiele haben Verlage bereits erfolgreich bewiesen, dass sie ihre Kompetenzen übertragen und erfolgreich in anderen Bereichen einbringen können.