Die aktuelle Diskussion um den Medienwechsel – weg vom Druck hin zu digitalen, insbesondere Online-Medien – ruft einiges an Unsicherheiten in der Verlagsbranche hervor. Dabei stehen Fragen nach Möglichkeiten der Monetarisierung und insbesondere auch die Herausforderungen im Bereich Digital Rights Management im Mittelpunkt. Wie können sich Verlage auf die Veränderungen einstellen?
Meiner Meinung nach ist es grundsätzlich wichtig, dass Verlage sich ihre wichtigsten Kompetenzen vor Augen führen – das gilt allen voran für Zeiten, in denen (noch ungewisse) Trends sich zu wahren Hypes entwickeln. Sich auf diesen Kern zu besinnen, hilft den Kopf freizumachen, um Möglichkeiten der Positionierung des Unternehmens auch und gerade im Hinblick auf die Online-Strategie abwägen zu können.
Einige der zentralen Arbeitsbereiche und Qualifikationen von Verlagen sind die folgenden:
- Konzeption von Inhalten
- Organisation von Inhalten
- Veredelung von Inhalten durch Selektion, Bearbeitung/Verbesserung, Formgabe
- Vermarktung von Inhalten
Es handelt sich um die Basis, auf der die verlegerischen Geschäftsmodelle in der Regel aufbauen. Die Ausprägung und Ausgestaltung der einzelnen Punkte, die angestrebte Positionierung sowie die verfolgten Ziele können dabei sehr unterschiedlich sein. Das Bewusstsein für eine solche Grundlage hilft jedoch, erwünschte Ziele zu definieren und die Möglichkeiten neuer oder erweiterter Geschäftsfelder im Online-Bereich auszuloten.
Selbstverständlich bringt das ‘Medium Online’ anders gelagerte Herausforderungen mit sich als das Medium Buch. Doch mit der Entwicklung des Hörbuch-Segments und elektronischer Medien wie CD-Roms und Spiele haben Verlage bereits erfolgreich bewiesen, dass sie ihre Kompetenzen übertragen und erfolgreich in anderen Bereichen einbringen können.
